Apotheker in Deutschland

Apotheker sind im Allgemeinen Pharmazeuten, die als Fachkräfte zur Abgabe von Arzneimitteln berechtigt sind. Die Entwicklung, Herstellung, Prüfung und Abgabe von Arzneimitteln einschließlich der Beratung von Verbrauchern und anderen Beteiligten im Gesundheitswesen steht in deren Vordergrund. In Deutschland gibt es ungefähr 51.000 Apotheker, die bundesweit in ca. 20.000 Apotheken arbeiten. Mit 97,2 Prozent dominieren Frauen den Beruf. Wenn man in Deutschland als Apotheker tätig sein möchte, braucht man eine staatliche Anerkennung. Die zuständigen Behörden der jeweiligen Bundesländer entscheiden über die Anerkennung von Apothekerausbildungen sowie der Erteilung der Berufserlaubnis. Ohne diese Berufserlaubnis, sind Apotheker nicht dazu berechtigt eine pharmazeutische Tätigkeit als Apotheker wahrzunehmen. Apotheker zählen genauso wie Ärzte oder Rechtsanwälte zu den klassischen „freien Berufen“.

Zur Ausübung des Berufs als Apotheker wird ein Hochschulstudium der Pharmazie sowie ein 12-monatiges Praktikum in der Apotheke vorausgesetzt. Das Pharmazie Studium dauert 8 Semester. Die Vergabe der Studienplätze in Pharmazie erfolgt zentral über die Stiftung für Hochschulzulassung. Als Apotheker trägt man eine große Verantwortung. Mit großer Sorgfalt muss die Dosierung und Herstellung von Medikamenten erfolgen. Strenge Vorschriften müssen eingehalten werden und im Labor muss man hochkonzentriert und präzise arbeiten. Ein guter Grund, Apotheker werden zu wollen, ist der Wunsch, anderen Menschen zu helfen. Apotheker gehören zu der Berufsgruppe mit der geringsten Arbeitslosigkeit. Dieser Beruf ist demnach sehr attraktiv für viele. Auch, weil man als Apotheker direkt nach dem Studium eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe übernimmt. Allerdings sind die Aufstiegschancen als Apotheker sehr begrenzt - eventuell besteht die Möglichkeit, Filialleiter zu werden oder sich mit einer eignene Apotheke selbständig zu machen. Um eine eigene Apotheke zu haben, benötigt man zusätzlich kaufmännische Kenntnisse und Fähigkeiten.

Apotheker, die ihre Ausbildung im Ausland abgeschlossen haben, können ihr Apothekerdiplom auf Antrag in Deutschland anerkennen lassen. Auch Apotheker, die internationale Erfahrungen sammeln möchten, können ihren Abschluss im Ausland anerkennen lassen.

Eine öffentliche Apotheke ist die erste Anlaufstelle für Gesundheitsfragen aller Art und bietet Dienstleistungen an, die von der Reiseimpfberatung über die Herstellung individueller Cremes oder Salben bis hin zu Blutuntersuchungen reichen.

Es geht in Apotheken hauptsächlich um Arzeimittelinformationen. Ein Apotheker in Deutschland berät Kunden über die Anwendung von Medikamenten und deren Nebenwirkungen und erklärt Darreichungsformen. Der Apotheker in Deutschland hat Antworten zu jeglichen Gesundheitsfragen. Apotheker müssen ihr Wissen immer auf dem aktuellsten Stand halten. Sie beraten außerdem Ärzte und Pflegepersonal über die Arzneimittelanwendung. Apotheker sind Mitglied der Arzneimittelkommission des Krankenhauses und entscheiden darüber, welche Arzneimittel im Krankenhaus Anwendung finden. Andere Tätigkeitsfelder von Apothekern sind Prüfinstitutionen, die Bundeswehr, Verwaltung und Behörden, Universitäten sowie Lehranstalten und Berufsschulen.

Apotheken müssen auch einen Nacht- und Notdienst anbieten. Dazu werden sie von der Landesapothekerkammer in regelmäßigen Abständen eingeteilt. Die Apotheken erhalten hierfür einen Zuschuss aus dem Notdienstfonds des Deutschen Apothekerverbandes. In diesen Nacht- und Notdiensten kommen viele Patienten um eine dringende Selbstmedikation zu erhalten.

Pro Jahr werden auf ärztliche Verordnung mehr als 7 Mio. Rezepturen für gesetzlich versicherte Patienten angefertigt. Insbesondere für Kinder und Senioren ist das sehr hilfreich, da ein Medikament nicht immer in der gewünschten Dosis verfügbar ist.

Wer Medikamente braucht, muss nicht unbedingt zur nächsten Apotheke gehen. Inzwischen kann man Medikamente auch stressfrei online bestellen. Seit dem Jahr 2004 ist der Versandhandel von Arzneimitteln erlaubt. Bundesweit dürfen seitdem apothekenpflichtige und verschreibungspflichtige Medikamenten versendet werden. Online-Apotheken sind ein Trend. Ungefähr 42 Prozent der Deutschen haben schon einmal eine Online-Apotheke genutzt und ihre Medikamente dort bestellt. Das Vertrauen deutscher Patienten in Online-Apotheken ist demnach groß. Die Bestellung von Medikamenten über das Internet hat viele Vorteile. Vor allem aber spart man Zeit, Geld und Mühe. In ländlichen und strukturschwachen Regionen ist der Versandhandel besonders attraktiv. Besonders zufrieden sind Kunden mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis, das sie bei Online-Apotheken vorfinden.